Geschichte

Chronik

 

Die Gründung unserer Wehr steht in engem Zusammenhang mit den Gründungen anderer Wehren in der Umgebung im gleichen Jahr, z. B. unsere Nachbarwehren Enzesfeld und St. Veit/Tr., sowie mit der Patronenfabrik von Anton Keller. Die Feuerwehr Hirtenberg wurde im Jahr 1874 gegründet und trat auch gleich dem im selben Jahr gegründeten Bezirksverband, dem heutigen Abschnittsfeuerwehrkommando Pottenstein bei. Der erste Einsatz der neugegründeten Wehr dürfte am 8. August desselben Jahres in Kottingbrunn gewesen sein.

Die Anerkennung als Verein erfolgte durch die k. k. Statthalterei mit Erlaß vom 22.12.1877. Erst ab diesem Datum wurden durch die Feuerwehr detaillierte Aufzeichnungen geführt. Dazu gehören unter anderem Hauptbuch, Einzahlungsjournal, Brandjournal, Copirbuch und Standesbuch. Aus diesen Unterlagen stammen viel der bekannten historischen Fakten der Feuerwehr Hirtenberg, die in der Festschrift 1974 anläßlich des 100 jährigen Jubiläums verzeichnet sind. In jüngster Zeit wurden diese Papier-Unterlagen
durch EDV-gestützte Systeme ergänzt und schließlich ersetzt. Heute finden sich alle Daten der Feuerwehr in Computersystemen wieder. Zu einer lückenlosen Darstellung der Geschichte der Feuerwehr Hirtenberg fehlen allerdings immer wieder Unterlagen, die in all den Jahren verschwunden sind – teils durch die Kriegseinwirkungen und teils durch Unachtsamkeiten.

Zur Gründung selber liegen keine genaueren Daten vor, aus anderen Aufzeichnungen ist jedoch bekannt, daß mit der Gründung folgende Namen in Zusammenhang stehen:
Anton Keller, Clemens Protiwensky, Seraphin Keller, Samuel Mandl, Johann Infanger, Josef Infanger, Josef Styasni, Josef Stroh, Johann Schimanek, Josef Appinger, Anton Blumenreisinger, Josef Gamp, Josef Ecker (Kassier), Josef Lauer (Bürgermeister), Albert Fischer (Schriftführer), Franz Brik, Josef Markhauser.

Zahlreiche Dankschreiben aus den Jahren bis 1901 weisen darauf hin, daß unsere Wehr bereits damals überörtlich in Einsatz war: Lindabrunn, Leobersdorf, St. Veit, Sollenau, Pottenstein, Enzesfeld, Gainfarn, Wr. Neustadt, Schönau/Tr., Felixdorf und Kottingbrunn. Bemerkenswert ist, daß in jener Zeit die Ausfahrten nur mit Pferdebespannung möglich waren. Teilweise mußten die Kutscher
aus der Vereinskassa entlohnt werden. Es bestand sogar eine Vereinbarung, wonach jener Kutscher, der als Erster beim Gerätehaus einlangte, einen Gulden als Prämie ausbezahlt bekam. Der erste Brandeinsatz in Hirtenberg, über den im Brandjournal Aufzeichnungen vorliegen, fand am 14. August 1977 statt, Zitat: „Erste Eintragung: brach plötzlich, ca. 2.30 Uhr beim Insassen Schmidsfeld, Hirtenberg, Alte Gasse Feuer aus, dauerte der fürchterliche Orkan ½ Stunde, welcher aber von der Ortsfeuerwehr aufs Schnellste beseitigt worden ist. Am Brandplatz waren noch Leobersdorf, Enzesfeld, St. Veit.“

Die Feuerwehr Hirtenberg hat offensichtlich immer auch schon über die eigenen Tätigkeiten hinaus am Feuerwehrwesen als Ganzes mitgewirkt:
Bereits am 26. September 1880 findet in Hirtenberg der 6. Feuerwehrtag des Verbands Pottenstein statt.
Von den Geräten und Spritzen der Feuerwehr in der Anfangszeit ist leider nicht allzuviel bekannt. Es kann jedoch davon ausgegangen
werden, daß die damals üblichen Kastenspritzen und Hydrophore im Einsatz standen. Ein Foto, welches um das Jahr 1900 entstand
belegt, daß damals eine pferdebespannte Dampfspritze in Einsatz stand. Die Jahre des Ersten Weltkriegs gehen an der Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Noch am 28. Juni 1914 wird das 40jährige Jubiläum mit einem Fest gefeiert und schon einen Monat später spricht
Kaiser Franz-Joseph am 27. Juli die Kriegserklärung gegen Serbien aus. Aus dieser Zeit sind viele Unterlagen zur Feuerwehr nicht mehr vorhanden. Sicher ist, daß viele Kameraden zum Kriegsdienst eingezogen wurden und einige nicht mehr leben zurückkehrten. Andererseits konnte im Jahr 1916 eine Autospritze der Marke „Gräf & Stift“ in Dienst gestellt werden. Im Jahr 1920 bricht der wohl größte Brand in der Hirtenberger Geschichte aus: Am 18. April um 13:45 Uhr kommt es zum Großfeuer in der Patronenfabrik. Die Brandursache konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden. 29 Objekte brannten komplett und 30 Objekte brannten zum Teil ab, darunter auch zwei Wohnhäuser. Weiter Wohnhäuser waren gefährdet, Explosionen gefährdeten die Löscharbeiten und Kinder wurden evakuiert. Ebenso brannte ein großer Teil des angrenzenden Waldes am Lindenberg ab, sodaß dieser von den Hirtenbergern lange Zeit einfach „Glatze“ genannt wurde. Die Brunnen der Fabrik und der angrenzenden Häuser waren bald leer gepumpt und es mußten Löschleitungen von der Triesting gelegt werden. Dem Einsatzbericht zufolge standen 54 Feuerwehren aus den Bezirken Baden, Wr. Neustadt und Hainfeld mit ca. 400 Feuerwehrmännern im Einsatz, darunter bereits auch 24 motorisierte Spritzen. Sogar aus Wien kamen Löschzüge zur Verstärkung der Einsatzmannschaften. Trotz all der eingesetzten Feuerwehren konnte das Firmenareal nicht gerettet werden und es konnte nur mehr die gefährdete Ortschaft geschützt werden. Obwohl es zahlreiche Verletze gab, gibt es keine Aufzeichnungen über Tote. Die Autospritze „Gräf & Stift“ mußte aufgrund der Belastungen anschließend in Reparatur gegeben werden.

Die restliche Zwischenkriegszeit verzeichnet verschieden Einsätze, vor allem Brände und im Jahr 1925 ein Hochwasser. 1924 konnte beim 50 jährigen Gründungsfest das Gründungsmitglied Hr. Infanger für 50 Jahre Treue zur Feuerwehr geehrt werden. 1929 wird die Freiw. Feuerwehr der Firma Kromag A.G. gegründet, die als Betriebsfeuerwehr ALCAR bis heute besteht. In der Zwischenkriegszeit gehörte auch eine Sanitätsabteilung zur Feuerwehr, von der zahlreiche Einsätze verzeichnet sind. Für 1935 ist ein weiteres Hochwasser verzeichnet und im gleichen Jahr wird ein Rüstfahrzeug der Marke „FIAT“ angeschafft. Bereits für das Jahr 1937 sind – wie heute immer noch üblich – mehr technische als Brandeinsätze verzeichnet: 8 Straßenunfälle, 4 Betriebsunfälle, 3 Hausunfälle, 74 Krankentransporte und „nur“ 2 Brände. Leider blieb die Feuerwehr von den politischen Unruhen jener Zeit nicht verschont. Im Jahr 1934 lehnte der damalige Hauptmann Franz Stroh nach elf Jahren die Wiederwahl ab und trat zurück. Im Zuge der Ereignisse des Jahre 1938 mußte erneut eine Generalversammlung durchgeführt werden, bei der Ehrenkommandant Franz Stroh zum neuen Wehrführer gewählt wurde. Er leitete während der Jahre des Zweiten Weltkriegs die nun umbenannte Feuerschutzpolizei und erwarb sich den Aufzeichnungen nach dabei großer Verdienste. Bei der Neukonstituierung der Wehr nach dem Krieg wird Franz Stroh wieder zum Hauptmann gewählt und ab 1951 ist er auch Bezirks-Hauptmannstellvertreter. Im Jahr 1952 tritt er von seiner Funktion als Kommandant zurück und ist fortan Ehrenkommandant. 1974, zum 100 jährigen Jubiläum erhält er 90jährig eine Auszeichnung
für 70 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. Seine damaligen Kameraden nannten ihn aufgrund seiner Leistungen für die Feuerwehr immer wieder als besonderes Vorbild an Eifer und Pflichterfüllung.

1939 wird in den damaligen Gustloffwerken – einem Vorgänger der heutigen Hirtenberger AG – eine Werksfeuerwehr aufgestellt. Im Jahr 1940 wird bei einem Brand in der Alten Gasse bei Herrn Leonhard Appinger die neue Tragkraftspritze „Rosenbauer“ erstmalig eingesetzt. In den Kriegsjahren ab 1943 kommt es zu zahlreichen Einsätzen aufgrund von Luftangriffen der Alliierten auf die Gustloffwerke und der anderen kriegswichtigen Industriebetrieben in der Umgebung von Hirtenberg. Von den Bränden und Zerstörungen sind oftmals die privaten Häuser genauso betroffen.

1944 kommt es zum größten bekannten Hochwasserereignis an der Triesting. Die Triestingbrücke in der Bahngasse wurde aus ihren Verankerungen gerissen und liegt im Flußbett, die Hauptstraße und viele Gassen sind überflutet, zahlreiche Keller stehen unter Wasser. In den letzten Kriegsmonaten kam der Rüstwagen „FIAT“ abhanden und die Autospritze „Gräf & Stift“ von 1916 wurde irreparabel beschädigt. Etliche zum Kriegsdienst eingezogene Kameraden kamen nicht mehr zurück und so mußte in dieser Notzeit die gesamte Hirtenberger Bevölkerung zusammenhelfen.

Bereits 1946 kann wieder ein Einsatzfahrzeug, Marke „Canada“ in Dienst gestellt werden. Bei der Neuaufstellung der Wehr nach dem Krieg wird die Sanitätsabteilung nicht mehr wieder aufgebaut. Diese Agenden übernimmt von nun an das Rote Kreuz St. Veit. 1948 hilft die Feuerwehr beim Brückenneubau mit, ebenso wird in diesem Jahr das behelfsmäßige Einsatzfahrzeug „Fordson“ in Dienst gestellt. 1949 und 1951 kommt es erneut zu – diesmal weniger schweren – Hochwasserereignissen. 1952 wurde die beschädigte Autospritze „Gräf & Stift“ auf Kosten der Gemeinde in einen Tankwagen umgebaut und der der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Außerdem wird in diesem Jahr Franz Karner nicht nur zum Kommandanten der Feuerwehr Hirtenberg, sondern auch zum Bezirksfeuerwehrrat gewählt. 1956 veranstaltet der Musikverein „Feuerwehrkapelle Hirtenberg“ ein Musikerfest im Gemeindewald, bei dem die Feuerwehr tatkräftig mithilft. Aus der Feuerwehrkapelle Hirtenberg entwickelt sich in weiterer Folge der von der Feuerwehr
unabhängige und heute noch existierende Musikverein Hirtenberg. 1957 ist ein großer Waldbrand entlang der Bahnlinie im Bereich der „Ferienkolonie“ verzeichnet, bei dem zahlreiche Ungarnflüchtlinge bei den Löscharbeiten mithelfen. Im gleichen Jahr wird ein neues Tanklöschfahrzeug TLF-2000 durch die Gemeinde angeschafft, die Feuerwehr ist damit am Stand der Technik erstklassig ausgerüstet.

Im Jahr 1963 wird die Hauptstraße neu errichtet und erstmalig asphaltiert. Während der Bauarbeiten hilft die Feuerwehr mit ihren Gerätschaften aus, um den Staub durch Wasser zu binden. Unter der Straße werden im Bereich der Kreuzung mit der Bahngasse und Alte Gasse zwei B-Rohrleitungen verlegt, um für künftige Einsätze eine Wasserversorgung aus der Triesting, ohne den Verkehr auf der Hauptstraße zu behindern, zu gewährleisten. 1967 fand wieder ein Hochwasser statt, bei dem auch die Wehranlage der Fa. Keim von den Fluten fortgerissen wurde. Im gleichen Jahr wurde eine neue Tragkraftspritze durch die Gemeinde angekauft und an die Feuerwehr übergeben. Im Jahr 1970 kommen einschneidende Änderungen auf die niederösterreichischen Feuerwehren zu: Diese sind nun keine Vereine mehr, sondern werden zu „Körperschaften öffentlichen Rechts.“ Dadurch wurde einerseits die Stellung der Feuerwehren gestärkt, andererseits sind damit auch neue Verantwortungen verbunden. Im Jahr 1971 wird am 1. Oktober der Verein der Feuerwehrjugend und damit die erste Jugendfeuerwehr des Abschnitts Pottenstein gegründet. Damit ist auch wichtiger Schritt für die Nachwuchsarbeit gesetzt worden. Die Mitglieder der Feuerwehrjugend dürfen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen bereits mit dem vollendeten 15. Lebensjahr in die aktive Mannschaft übertreten. Bereits im Jahr 1972 können die ersten Feuerwehrmänner aus der Jugend übernommen werden, darunter das langjährige Mitglied und Ehrenkommandant Alfred Schreiner jun.

1974 wird das 100 jährige Bestandsjubiläum der Feuerwehr Hirtenberg mit einem großen Fest unter Kommandant Franz Kautschek gefeiert. Anläßlich dieses Jubiläums werden unter tatkräftiger Mithilfe von Prof. Fritz Hanauska und Vizebürgermeister Erich Strobl die Unterlagen und Aufzeichnungen der Feuerwehr Hirtenberg sowie weiter historische Quellen durchforstet. Daraus entsteht eine umfangreiche Festschrift, aus der alle bisher vorgetragenen Daten stammen. Zu dieser Zeit besteht der Fuhrpark aus dem TFL 2000 von 1957, einem Löschfahrzeug auf Opel Blitz, einem Mannschaftstransportfahrzeug Ford Transit und einem Tragkraftspritzenanhänger. 1979 wird der Fuhrpark um ein modernes Tanklöschfahrzeug TLFA 2000 auf Mercedes-Benz LA 911 aufgebaut von der Fa. Rosenbauer erweitert. Als besondere Ausrüstung sind ein Schaummitteltank und eine Hochdrucklöschpumpe mit Schnellangriffseinrichtung verbaut. Ein auf einem Anhänger aufgebauter Werfer ergänzt das Fahrzeug. Leider wird dieses Fahrzeug nach kurzer Zeit während einer Einsatzfahrt bei einem Unfall so schwer beschädigt, daß es für die Reparaturmaßnahmen längere Zeit ausfällt. Trotzdem findet das TLF seinen Weg zurück in die Dienste der Feuerwehr und wird bis heute – nach 35 Jahren – noch immer einsatzmäßig verwendet. In diese Zeit fällt auch die Anschaffung eines gebrauchten Universallöschfahrzeuges ULF auf Steyr 586,  welches bis ins Jahr 1998 Verwendung findet.

Zum 120jährige Jubiläum im Jahr 1994 stehen folgende Fahrzeuge im Dienst der Feuerwehr Hirtenberg Kommandofahrzeug (Eigenumbau, ehemals Kleinrüstfahrzeug) auf VW LT 35, ULF (Steyr 586), TLFA 2000 (MB 911 von 1979), das moderne  Schadstofffahrzeug auf MAN Rosenbauer (Stützpunktfahrzeug für den Bezirk Baden), Rüstfahrzeug (Bj. 1973, gebraucht von der FF Mödling übernommen) und das Löschfahrzeug Opel Blitz.

Da das alte Feuerwehrhaus Ende der 1980er-Jahre desolat und mittlerweile auch sehr beengt war, wurde von der Gemeinde beschlossen, ein neues Feuerwehrhaus am gleichen Standort zu errichten. Aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs der Hirtenberger  Patronenfabrik in dieser Zeit, müssen die Pläne geändert und das geplante Feuerwehrhaus verkleinert werden. Trotzdem gilt das Feuerwehrhaus bei seiner Eröffnung im Jahr 1992 als eines der schönsten Feuerwehrhäuser Niederösterreichs. Da es die Platzverhältnisse nun zulassen, bewirbt sich Kommandant Johannes Dworzak sen. um die Stationierung des Schadstofffahrzeuges des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes für den Bezirk Baden, was ihm nach zähen Verhandlungen im Jahr 1994 auch gelingt. Seit dieser Zeit ist die Feuerwehr Hirtenberg überörtlich nicht nur im Bezirk Baden, sondern auch zur Unterstützung in anderen Bezirken bei den gefährlichen Schadstoffeinsätzen beteiligt. Diese erfordern noch mehr Fachwissen, Spezialkenntnisse und Übungsbereitschaft von den Feuerwehrmitgliedern als die herkömmlichen Einsätze. Die Finanzierung des Schadstofffahrzeuges erfolgte nicht nur mit Mitteln des NÖ Landesfeuerwehrverbandes und der Feuerwehr und Gemeinde Hirtenberg, sondern auch durch die weiteren Gemeinden sowie mehrerer Firmen und Banken im Triestingtal. In diesen Zeitraum fällt auch der Ankauf der neuen und modernen Feuerwehrhelme „Heros“ der Firma Rosenbauer, erstmalig komplett aus Kunststoff, die die alten Spinnenhelme „Wiener Form“ aus Aluminium ersetzen.

Da das TLFA 2000 seine Mindesteinsatzdauer erreicht hatte und auch das Universallöschfahrzeug Steyr 586 in die Jahre gekommen war, wurde 1998 mit Unterstützung durch die Gemeinde ein neues Universallöschfahrzeug ULFA 2000/300/250 auf einem MAN-Fahrgestell, aufgebaut von der Fa. Marte aus Vorarlberg beschafft. Die Besonderheiten gegenüber einem „normalen Tanklöschfahrzeug“ sind die mobile 250 kg Pulverlöschanlage und die schweren Hitzeschutzanzüge sowie der kombinierte Wasser-Schaum-Werfer auf dem Dach, der vom Fahrerplatz aus gesteuert werden kann.

Das der Feuerwehrhausneubau und die Beschaffung des Schadstofffahrzeugs und des Universallöschfahrzeuges in der Form über die Bühne gehen konnte, daran war seitens der Gemeinde der damalige Bürgermeister und Ehrenmitglied der Feuerwehr Emil Schabl maßgeblich beteiligt.

Nach dem Kommandowechsel im Jahr 1999 wurde mit zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung und verschiedener Organisationen neue Einsatzunformen beschafft. Erstmals in der neuen Uniformfarbe „blau“ statt bislang „grün“ genügen diese Uniformen aus Aramid- und Kevlarfasern mit GoreTex-Membranen höchsten Ansprüchen und schützen die Feuerwehrmitglieder optimal auch bei den besonders gefährlichen Innenangriffen bei Brandeinsätzen.

Im Jahr 2002 wird der Fuhrpark um einige Fahrzeuge ergänzt: ein gebrauchter Mercedes-Benz Sprinter mit Hochdach und statt des bisherigen Schadstoffbegleitfahrzeugs Mercedes-Benz Vario Pritschen-LKWs ein gebrauchtes Wechselladefahrzeug mit Hakenladegerät auf einem MAN-Fahrgestell. Um die zusätzlichen Schadstoffgerätschaften, wie z. B. eine große Ölsperre für die Triesting (beschafft durch das Abschnittsfeuerwehrkommando Pottenstein), Ölbindemittel, Überfässer, Wathosen, etc. aufzunehmen, wird ein Standard-Container mit Hecktüren und Dachklappe beschafft. Als Besonderheit wird ein Vakuumsaugfaß eines alten Kanalräum-LKWs der Fa. Teurezbacher durch die Kameraden der Feuerwehr in Eigenregie gereinigt und mit Unterstützung der Firmen Enz-Caro und Leobersdorfer Maschinenfabrik sandgestrahlt, lackiert und auf einem Muldencontainer montiert. Mit der fix auf der Mulde montierten Tragkraftspritze steht nun auch ein „Großtanklöschfahrzeug“ bei der Feuerwehr Hirtenberg im Einsatz. Dieser Wechselladeaufbau hat sich seit seiner Indienststellung bei vielen Groß- und Waldbränden bei der Löschwasserförderung über längere Strecken als Pufferspeicher bestens bewährt.

Im Jahr 2006 steht erneut ein Kommandantenwechsel an. Alfred Schreiner kandidiert aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, Stellvertreter Johannes Dworzak jun. bleibt weiterhin in seiner Funktion. Als neuer Kommandant wird von der Mannschaft Dipl.-Ing.(FH) Franz-Xaver Wallisch, M.Sc. gewählt, er ist zum Zeitpunkt der Wahl mit einem Alter von 25 Jahren einer der jüngsten Feuerwehrkommandanten in ganz Niederösterreich. Auch in seiner Ära wird die Feuerwehr Hirtenberg in der Ausbildung und bei der Technik der Gerätschaften und Fahrzeuge am Stand der Technik gehalten.

Zum Ende des Jahres 2006 erlebt die Gemeinde Hirtenberg eine weitere Neugründung einer Feuerwehr. In der Justizanstalt Hirtenberg wird die Betriebsfeuerwehr JA Hirtenberg gegründet. Dies stellt für die Freiwillige Feuerwehr Hirtenberg eine enorme Erleichterung bei Einsätzen am Areal der Justizanstalt dar, da hier aufgrund der spezielle Situation mit vielen eingeschlossenen Häftlingen ein besonders Gefährdungspotential vorliegt.

Im Jahr 2007 erfolgt eine Ersatzbeschaffung für das Hydraulische Rettungsset, welches vor allem bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommt. Da die neuen PKW immer stärker gebaut werden, ist es mit dem alten Gerät teilweise nicht mehr möglich, eingeklemmte Personen sicher und schnell zu befreien. Das neue Rettungsset „Holmatro“ kann bei der Florianifeier des Unterabschnitts 1 des Abschnitts Pottenstein, die in diesem Jahr in Hirtenberg stattfindet, feierlich eingeweiht und in Dienst gestellt werden. An der Beschaffung ist finanziell wieder einmal die Gemeinde, nun unter der Bürgermeisterin Gisela Strobl beteiligt.

Da die damals hochmodernen Kunststoffhelme „Heroes“ nach 15 Jahren das Ende Ihrer Lebensdauer erreicht haben, müssen im Jahr 2010 Ersatzhelme beschafft werden. Die neuen Kunststoffhelme „MSA Gallet“ haben eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahre und werden komplett von der Gemeinde finanziert. Da zu Beginn der 2010er Jahre in ganz Österreich die Funkkommunikation für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsfunktion
(BOS) von Analog- auf Digitaltechnik umgestellt wird, muß auch die Feuerwehr Hirtenberg sämtliche Funkgeräte austauschen.

Nachdem im Jahr 2010 bereits ein Hand- und ein Fahrzeugfunkgerät durch den NÖ Landesfeuerwehrberband zur Verfügung gestellt werden, beschafft die Feuerwehr im Jahr 2012 für alle Fahrzeuge insgesamt sechs Fahrzeugfunkgeräte und sechs Handfunkgeräte.
Die Finanzierung in der Höhe von 7.500 € und der Einbau der Funkgeräte erfolgt durch die Feuerwehr komplett in Eigenregie. Auch die anderen Kommunikationsmittel müssen immer wieder den aktuellen Gegebenheiten angepaßt werden. So befand sich im Schadstofffahrzeug ursprünglich ein Nachschlagewerk lediglich in Papierform. Dieses wurde dann durch einen Laptop
mit einer fest installierten Gefahrgutdatenbank „GGDAT“ und eine Drucker ersetzt. Zusätzlich wurde vom NÖ Landesfeuerwehrverband ein Koffer mit Handy und Mobilfax zur Verfügung gestellt. Schließlich wurde durch die Feuerwehr ein Tablet-PC mit installierten Gefahrgutdatenbanken und mobilem Internetanschluß beschafft, auf dem auch Kartenmaterial und viele weitere Informationen im Einsatzfall recherchiert werden können.